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Veranstaltung 

ANKLAGE MORD: EIN FREUND VOR GERICHT
free & easy festival 2010
Datum:
Donnerstag, 29.07.2010  Beginn: 20:30 Uhr
Einlass:
19:30 Uhr
Location:
CLUB - München
Kategorie:
FREE & EASY FESTIVAL
Genre:
Film
Preis VVK:
00,00 zzgl. Gebühr
Abendkasse:
00,00
ANKLAGE MORD: EIN FREUND VOR GERICHT

Beschreibung

VERLEGT IN DEN CLUB

Ein Film von Daniela Agostini

Ein junger Mann wird des Mordes angeklagt. Seine Freunde und seine Verlobte halten diesen Vorwurf für ein absoulutes Versehen. Alles wird sich Aufklären. Alles muss sich Aufklären. Aber was, wenn nicht? Kann die deutsch Justiz so irren? Einen Mann - ihren Freund - lebendig hinter Gittern begraben?

Am 16. Mai 2006 wird die reiche Parkhausbesitzerin Charlotte Böhringer ermordet in ihrem Parkhaus im Zentrum von München aufgefunden. Zwei Tage später verhaftet die Polizei den 31-jährigen Neffen des Opfers: Benedikt Toth, genannt Benne. Der bestreitet die Tat. Die Staatsanwaltschaft erhebt gegen ihn Anklage. Der Fall erregt großes Aufsehen. Es kommt zu einem der längsten Strafprozesse der deutschen Justizgeschichte.

Durch die Augen der Verlobten und der Freunde erlebt der Zuschauer einen dramatischen indizienprozess. An jeden Gerichtstag ist mindestens einer von ihnen als Beobachter anwesend- Sie stehen sich gegenseitig bei, organisieren Zettelaktionen in der Hoffnung, noch unbekannte Zeugen zu finden und unterstützen die verteidigung wo sie nur können. Und für Frauke steht die gemeinsame Zukunft mit Benne auf dem Spiel. Denn es droht ihm "lebenslang".

 

Regie: Daniela Agostini

Buch: Daniela Agostini - Christian Bauer - Marc Haenecke

Kamera: Thomas Bresinsky

Schnitt: Vivien Schober

Ausführende Produzentin: Dagmar Biller

Dokumentarfilm, 92 Minuten Lauflänge

 

Im Anschluss Diskussionsrunde mit der Regieseurin, Anwälten und Freunden des Verurteilten.

 

Quelle: Bayerisches Fernsehen

"Anklage Mord: Ein Freund vor Gericht" Wenn Indizien einen Mann zum Mörder machen

15 Monate wird verhandelt, dann fällt das Urteil: Im Sommer 2008 wird Benedikt T. in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Er soll seine reiche Tante ermordet haben. Heute Abend zeigt das Bayerische Fernsehen einen Film über den Prozess und die Sicht des Verurteilten sowie seines Umfelds.

Stand: 21.05.2010

Rechtsanwalt und Staatsanwalt und der Angeklagte

So aufsehenerregend wie der ganze Prozess verlaufen war, so geht er auch zu Ende. Es sind tumultartige Szenen, die sich am 12. August 2008 bei der Verkündung des Urteils gegen Benedikt T., genannt "Bence", abspielen. Zuschauer beschimpfen die Richter mit zahlreichen lauten Zwischenrufen. Eine Frau lässt der Vorsitzende Richter daraufhin abführen. Auf seine Frage: "Haben Sie denn gar keine Achtung vor dem Gericht?", erntet er nur höhnisches Gelächter aus dem Saal. Der Angeklagte kommentiert den Richterspruch in einer ersten Reaktion mit dem Begriff "Staatsterror". Jeder Satz in der Urteilsbegründung sei falsch.

Wachmänner hindern den Mann, der seit seiner Festnahme drei Tage nach der Tat in Untersuchungshaft saß, den Saal zu verlassen. "Sie machen sich mitschuldig, dass der Mörder frei herumläuft", ruft der jüngere Bruder des Angeklagten dem Richter zu.

Besondere Schwere der Schuld festgestellt

93 Tage hatte der Prozess ingesamt gedauert. Bis zuletzt versuchte die Verteidigung mit Dutzenden Beweisanträgen das Verfahren zugunsten ihres Mandanten zu verlängern. Dreimal wurden die Plädoyers gehalten. Auch nach der letzten Plädoyer-Runde hatten die Verteidiger einen neuen Beweisantrag gestellt. Dem gab das Schwurgericht jedoch nicht mehr statt, sondern verkündete stattdessen das Urteil: lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld.

Damit folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen aus Mangel an Beweisen auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte hatte in seinem Schlusswort noch einmal beteuert: "Ich habe meine Tante nicht ermordet." Der Prozess war mit rund 15 Monaten einer der längsten in der Münchner Justizgeschichte. Ursprünglich sollte das Verfahren nur zwei Wochen dauern.

Gericht sieht Habgier als Motiv

Die Richter sahen es indes als erwiesen an, dass der finanziell von seiner Tante abhängige Angeklagte die 59-jährige Millionärin im Mai 2006 in deren Penthouse-Wohnung über dem Parkhaus am Isartor heimtückisch erschlagen hat. Das Motiv: Habgier, weil er nach dem Abbruch seines Jura-Studiums fürchtete, enterbt zu werden. Das Gericht stützte sich in seiner Entscheidung auf Indizien wie DNA-Spuren. Die Verteidigung hielt diese Indizien für nicht stichhaltig und legte Revision ein - diese lehnte der Bundesgerichtshof im Mai 2009 jedoch ab. Eine Verfassungsbeschwerde wurde im November 2009 verworfen.

Verteidigung: "Keinen Grund gehabt, sie umzubringen"

Anwälte im Parkhausmord-Prozess

Bildunterschrift: Anwälte des Angeklagten

Die Verteidigung hatte im Prozessverlauf die Tante von Benedikt T. als "geschäftlich überfordert", "um gesellschaftliche Anerkennung bemüht" und "dem Alkohol nicht abgeneigt" geschildert. Streit mit ihr sei an der Tagesordnung gewesen. Deshalb habe der Angeklagte aber noch lange keinen Grund gehabt, sie umzubringen. Das Mordmotiv Habgier wiesen die Verteidiger zurück. Der Angeklagte habe zum Zeitpunkt der Tat gar nicht gewusst, dass er als Erbe eingesetzt war.

Hungerstreik in der U-Haft

Außerdem stützte sich die Verteidigung unter anderem auf eine dreidimensionale Tatortrekonstruktion, wonach der Täter die letzten fünf der 24 Schläge gegen den Kopf des Opfers mit der rechten Hand geführt hat. Der Angeklagte ist aber Linkshänder. Der Angeklagte selbst bestritt die Tat so heftig, dass er in der Untersuchungshaft mit einem mehrwöchigen Hungerstreik auf seine "verzweifelte Lage" aufmerksam gemacht und eine Belohnung von 100.000 Euro für entlastende Hinweise ausgesetzt hatte.

Blutiger Geldschein und fehlendes Alibi

Die Staatsanwaltschaft stützte sich bei ihrer Argumentation vor allem auf zwei Indizien: So wurde bei dem Angeklagten ein Geldschein mit dem Blut des Opfers gefunden, und die DNA des Angeklagten passt zu einer blutigen Handschuhspur an der Leiche. Außerdem wurden bei ihm zu Hause Zeitungen gefunden, die er aus der täglichen Lieferung an seine Tante mitgenommen haben soll. Und: Benedikt T. hat kein Alibi.

Verlobte und Freunde stehen zu ihm

Zahlreiche Freunde und auch die Verlobte von T. standen während des Prozesses zum Angeklagten, keiner wollte an seine Schuld glauben - und will es nach wie vor nicht. Der Dokumentarfilm "Anklage Mord: Ein Freund vor Gericht" im Bayerischen Fernsehen zeigt, wie seine Angehörigen und Freunde mit dem Fall umgehen. Sie alle werden "Bence" wohl erst im Jahr 2028 in der Freiheit begrüßen können. In Bayern werden verurteilte Mörder frühestens nach 22 Jahren vorzeitig entlassen, wenn die besondere Schwere der Schuld festgestellt ist.

 

 

 

 


Veranstaltungsort

CLUB
Location:
CLUB
Strasse:
Reitknechtstr. 6
PLZ:
80639
Ort:
München
Land:
Land: de

Beschreibung

Veranstalter

Backstage Concerts GmbH

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